Ihre Position: Pfarrei : Die Kirche St. Viktor

Herzlich Willkommen zu einem kleinen Rundgang durch unsere Kirche.

Wir laden Sie ein, die Kirche St. Viktor als ein Zeugnis der über tausendjährigen Glaubensgeschichte der Dülmener Bürgerinnen und Bürger zu betrachten.

Der heutige Kirchbau lässt die Schwierigkeiten beim Wiederaufbau erkennen. Nur das Gewölbe des gotischen Chores ist neu erstanden. Das Kirchenschiff wird von einer Stahlkonstruktion überspannt. Für die romanisch gestaltete Nordwand der äußeren Mauer war Sandstein zur Verfügung. Die Südwand wurde aus Kostengründen in Ziegelstein errichtet.

 

Taufstein

Auf die lange Geschichte der Pfarre verweist von den Ausstattungsstücken besonders der aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammende Taufstein. Der spätromanische Stein erhebt seinen Körper über einer profilierten Basis, auf der die kapitellgeschmückten Halbsäulen stehen, welche die mit Blüten und Blättern geschmückten Bögen tragen.

 Der abschließende Rankenfries mit Blättern, Blüten, Schuppen, Ranken, Knospen etc. symbolisiert die Lebenskraft des Taufwassers.
Wie Jesus gestorben und auferweckt wurde, werden auch wir durch den Tod hindurch zum Leben gelangen. Diese Zusage wird in der Taufe, dem grundlegenden Sakrament des Glaubens, den Menschen geschenkt.

Triumphkreuz

Das hölzerne Kreuz über der Altarinsel stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Benennung leitet sich von dem am Kreuz errungenen Triumph Christi ab. Während die früheren Triumphkreuze des 11. und 12. Jahrhunderts auch den triumphierenden, gekrönten und stehenden Christus zeigen, wird in diesem späteren Triumphkreuz das Leiden stärker betont, durch dessen Überwindung er in die Herrlichkeit seines Vaters eingeht.
Im Kreuz wird die grenzenlose Liebe Gottes zu uns Menschen und seine Lebensmacht über den Tod sichtbar. Deshalb ist das Kreuz das Zeichen der Christen.

Sakramentshaus

Aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt das an der nördlichen Chorwand stehende steinerne Sakramentshäuschen. Im Sakramentshaus drückt sich der Glaube an die Gegenwart Christi in der Gestalt von Brot aus. An den Seiten des Schreins stehen unter Baldachinen David mit seiner Harfe und an der anderen Seite Mose. Im Zentrum der aufstrebenden Formen über dem Sakramentsschrein steht ein Kreuz mit Korpus.
Maria Magdalena kniet mit aufgelöstem Haar verzweifelt am Kreuzstamm, zu dessen Füßen ein Totenschädel - Sinnbild für Adam - liegt. Nicht alle ursprünglich vorhandenen Figuren sind erhalten.



Passionssäule

An der Turmseite des Mittelschiffes steht als zentraler Blickpunkt die spätgotische Passionssäule. Die um 1460 entstandene vier Meter hohe Säule ist aus Stein gearbeitet. Im westlichen Münsterland finden sich noch fünf solcher Säulen (Billerbeck, Borken, Epe, Metelen, Wessum). Sie zeigt von allen Seiten den Geißelstrick, der mehrfach um die Säule geschlungen und geknotet ist. Zwischen dem Strich und der Säule sind die Leidenswerkzeuge zu sehen, zu denen Lanze, Nägel, Schwamm mit Stab, Brett mit 30 Silberlingen, Geißel, Hammer, Bohrer und Rutenbündel gehören.
An der dem Altar zugewandten Seite ist das Bildnis des Gekreuzigten als Schweißabdruck sichtbar. Das Schweißtuch wird von der heiligen Veronika gehalten, deren Brustbild oberhalb des Tuches sichtbar ist. Der Hahn, wichtiger Bestandteil der Geißelsäule, fehlt auch hier nicht.

Pieta

Pieta

Wie bei der Pieta (aus dem 15. Jahrhundert) in der Kapelle brennen auch an der Nachbildung des Gnadenbildes von Neviges immer viele Kerzen. Die Menschen vertrauen Gott auf die Fürsprache Marias ihre Sorgen und Freuden an.
Die Pieta stand früher in der Kreuzkapelle an der Lüdinghauser Straße. Dort wurde sie lange Zeit als Gnadenbild verehrt.

 



Die Altarinsel

Chorraum

Bei der Neugestaltung des Chorraumes 1998 ist der Altar in die Vierung der Kirche gesetzt worden. Die Gläubigen können sich zur Eucharistiefeier, der Mitte des Glaubens, darum versammeln - wie es das zweite Vatikanische Konzil gewünscht hat.

 

 

 

Das Turmfenster

Martinsfenster

Das Fenster im Turm zeigt die brennende Viktor-Kirche, daneben die St. Martins Pfarrkirche in Baar in der Schweiz. Nach 1945 gab es zwischen dieser Gemeinde und der Pfarre St. Viktor eine großzügige Hilfsaktion. Das Dülmener Stadtwappen unter der Viktorkirche und das Schweizer Landeswappen auf der anderen Bildseite, verbunden durch eine Linienklammer, geben bildlich wieder das Motto der Liebesaktion: "Baar hilft Dülmen." - So soll das Martinsfenster der Viktorkirche ein ständig mahnendes Denkmal sein: "Vergesst in Dülmen nicht, was die Schweizer uns Gutes taten!"

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