Am Sonntagabend (27.9.) waren Mechthild Bökler und ihre Patentante Christel Steinhoff, beide gebürtige Dülmenerinnen und seit vielen Jahren auswärts lebend, zu Besuch im Gemeindegottesdienst. Sie wollten der Viktorpfarrei eine ganz besondere Hinterlassenschaft aus dem Nachlass von Ludger Oberfeld (1926-2015), dem Vater von Frau Bökler, übergeben: eine als Glasbild gearbeitete Kopie jenes Glasfensters, das in St. Viktor über dem Eingang am Turmportal der Kirche zu sehen ist: Der hl. Martin hilft dem Bettler – eine Erinnerung an die Hilfsbereitschaft einer schweizerischen Martinsgemeinde nach dem Krieg gegenüber Dülmener Kindern. Ludger Obefeld fertigte als Hobbykünstler über viele Jahre Glasbilder an; viele von ihnen befinden sich bis heute in Dülmener Haushalten. Durch das nun nach Dülmen zurückgekehrte Bild führt ein doppelter Schriftzug: „Einer trage des Anderen Last. So erfüllt ihr Christi Gesetz!“ Dieser Schriftzug, so Pfarrer Markus Trautmann in der Predigt, sei eine wichtige Interpretationshilfe: „Die Heiligen sind nicht Dekoration, sondern Anregung. Sie zu ehren ist nicht Folklore, sondern Motivation die eigene Berufung zu erspüren. Und die eigene Berufung kommt immer auch den Mitmenschen zugute.“ So formuliere es der hl. Paulus auch in der Lesung vom Tage: „Seid einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig.“ – Momentan wird ein günstiger Platz im öffentlichen Raum gesucht, um das Glasbild von Ludger Obefeld dauerhaft aufzuhängen.
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